Wasserdichtigkeit bei Uhren
3, 5, 10 oder 20 ATM: Was die Angabe auf dem Gehäuseboden bedeutet, wann Sie mit Ihrer Uhr duschen, schwimmen oder schnorcheln können und woran Sie eine echte Taucheruhr erkennen.
Was bedeutet ATM?
ATM steht für Atmosphäre und beschreibt den Druck, mit dem eine Uhr im Labor geprüft wurde. Oft finden Sie dieselbe Angabe auch als bar oder in Metern: 3 ATM, 3 bar und 30 m meinen dasselbe.
Die Meterangabe ist keine Tauchtiefe. Die Prüfung findet in ruhendem Wasser statt. Beim Schwimmen, Springen oder unter einer kräftigen Dusche entstehen kurzzeitig deutlich höhere Drücke. Eine Uhr mit „30 m“ gehört deshalb nicht ins Schwimmbecken.
Die Stufen im Überblick
Je höher der Wert, desto mehr Wasser verträgt die Uhr. Die Tabelle zeigt die übliche Einordnung. Maßgeblich ist immer die Angabe des Herstellers in der Bedienungsanleitung.
- 3 ATM30 m · 3 bar
Spritzwassergeschützt
- Regen und Spritzwasser
- Händewaschen
- Duschen und Baden
- Schwimmen
- 5 ATM50 m · 5 bar
Für den Alltag mit Wasser
- alles von 3 ATM
- kurzes Schwimmen
- Springen ins Wasser
- Schnorcheln und Tauchen
- 10 ATM100 m · 10 bar
Zum Schwimmen
- Schwimmen und Baden
- Wassersport an der Oberfläche
- Schnorcheln
- Tauchen
- 20 ATM200 m · 20 bar
Für Schnorchler
- Schnorcheln
- Tauchen ohne Druckluftflasche
- Gerätetauchen (dafür Taucheruhr nach ISO 6425)
- Diver'sISO 6425
Taucheruhr
- Gerätetauchen
- mindestens 100 m geprüft
- Tauchen tiefer als angegeben
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Weitere Kennzeichnungen
Neben ATM begegnen Ihnen auf Uhren und anderen Geräten weitere Angaben. So ordnen Sie sie ein:
ISO 22810 · DIN 8310
Norm für wasserdichte Uhren. Sie legt fest, wie geprüft wird, unter anderem mit Überdruck und unter Wasser. Steht nur „water resistant“ ohne Zahl auf der Uhr, ist sie lediglich gegen Spritzwasser geschützt.
ISO 6425 · DIN 8306
Norm für Taucheruhren, erkennbar am Aufdruck „Diver's“. Verlangt unter anderem mindestens 100 m Wasserdichtigkeit, eine Anzeige der Tauchzeit, zum Beispiel per einseitig drehbarer Lünette, und Ablesbarkeit im Dunkeln.
IP67 und IP68
Schutzarten nach IEC 60529, oft bei Smartwatches und Fitness-Trackern. IP67: zeitweiliges Untertauchen, geprüft bis 1 m für 30 Minuten. IP68: dauerhaftes Untertauchen unter Bedingungen, die der Hersteller festlegt.
Der IP-Code
Zwei Ziffern für Staub und Wasser, bei Elektronik weit verbreitet. Was jede Ziffer bedeutet, steht weiter unten.
IP-Schutzarten erklärt: Staub und Wasser
Smartwatches, Fitness-Tracker und viele Elektrogeräte tragen statt ATM einen IP-Code nach IEC 60529 (DIN EN 60529). Er besteht aus zwei Ziffern: Die erste steht für den Schutz gegen Fremdkörper und Staub, die zweite für den Schutz gegen Wasser. Ein X bedeutet: nicht geprüft.
Beispiel IP68: 6 = staubdicht, 8 = geschützt bei dauerhaftem Untertauchen unter Bedingungen, die der Hersteller angibt.
1. Ziffer · Fremdkörper und Staub
- 0
- kein Schutz
- 1
- Fremdkörper ab 50 mm, etwa ein Handrücken
- 2
- ab 12,5 mm, etwa ein Finger
- 3
- ab 2,5 mm, etwa Werkzeug
- 4
- ab 1 mm, etwa ein Draht
- 5
- staubgeschützt: Staub in schädlicher Menge kann nicht eindringen
- 6
- staubdicht: kein Eindringen von Staub
2. Ziffer · Wasser
- 0
- kein Schutz
- 1
- senkrecht fallendes Tropfwasser
- 2
- Tropfwasser bei bis zu 15° Neigung
- 3
- Sprühwasser bis 60° zur Senkrechten
- 4
- Spritzwasser aus allen Richtungen
- 5
- Strahlwasser aus einer Düse
- 6
- starkes Strahlwasser
- 7
- zeitweiliges Untertauchen, geprüft bis 1 m für 30 Minuten
- 8
- dauerhaftes Untertauchen, Bedingungen legt der Hersteller fest
- 9K
- Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung (nach ISO 20653)
IP und ATM lassen sich nicht direkt vergleichen. Die IP-Prüfung findet in ruhendem Süßwasser statt. Schwimmen, Salz- und Chlorwasser oder warmes Wasser sind nicht abgedeckt. Viele Smartwatches nennen deshalb beides, zum Beispiel 5 ATM und IP68. Für Wassersport zählt die ATM-Angabe.
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So bleibt Ihre Uhr dicht
- Krone nicht unter Wasser bedienenKrone und Drücker nur an Land ziehen oder drücken. Eine verschraubte Krone vor dem Baden wieder fest zuschrauben.
- Keine Sauna, kein heißes WasserStarke Temperaturwechsel lassen Gehäuse und Dichtungen arbeiten. Die Uhr bleibt deshalb besser draußen.
- Nach Meer und Pool abspülenSalz- und Chlorwasser mit klarem Süßwasser abspülen und die Uhr trocknen lassen. Seife und Duschgel greifen Dichtungen an.
- Dichtungen alternWasserdichtigkeit ist kein Zustand für immer. Dichtungen werden mit der Zeit spröde. Lassen Sie sie regelmäßig prüfen, besonders nach einem Batteriewechsel.
- Armband beachtenLederarmbänder vertragen Wasser schlecht, auch wenn das Gehäuse dicht ist. Für Wassersport eignen sich Bänder aus Edelstahl, Kautschuk oder Silikon.
- Beschlag ernst nehmenBildet sich Beschlag unter dem Glas, ist Feuchtigkeit eingedrungen. Dann die Uhr nicht weiter tragen und rasch überprüfen lassen.
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Und Schmuck?
Für Schmuck gibt es keine Angabe wie bei Uhren. Legen Sie Ketten, Ringe und Armbänder vor dem Duschen, Schwimmen und Sport ab und schützen Sie sie vor Parfum und Cremes. Chlor- und Salzwasser können Oberflächen, Vergoldungen und Steine angreifen.
Die passende Uhr finden
Uhren nach Wasserdichtigkeit, dazu Batteriewechsel und Bandkürzung in unserem Juweliergeschäft in Hamburg-Winterhude.
Häufige Fragen
Kann ich mit einer 3-ATM-Uhr duschen?
Nein. 3 ATM bedeutet Schutz gegen Spritzwasser, etwa beim Händewaschen oder im Regen. Zum Duschen und Baden legen Sie die Uhr besser ab.
Reichen 5 ATM zum Schwimmen?
Für kurzes Schwimmen ja. Wer regelmäßig schwimmt oder ins Wasser springt, wählt besser 10 ATM oder mehr.
Ist eine Uhr mit 100 m eine Taucheruhr?
Nicht automatisch. Eine Taucheruhr ist nach ISO 6425 geprüft und trägt den Aufdruck „Diver's“. Eine Uhr mit 10 ATM ist zum Schwimmen geeignet, aber nicht zum Gerätetauchen.
Kann ich mit einer Smartwatch mit IP68 schwimmen gehen?
Nicht allein wegen IP68. Der IP-Code wird in ruhendem Süßwasser geprüft. Ob Schwimmen erlaubt ist, steht in der ATM-Angabe des Herstellers, zum Beispiel 5 ATM.
Bleibt meine Uhr nach dem Batteriewechsel wasserdicht?
Beim Öffnen des Gehäuses werden die Dichtungen beansprucht. Bei Uhren, die Sie im Wasser tragen, sollte die Dichtigkeit nach dem Batteriewechsel geprüft werden.